Chronik

Chronik des Karnevalverein „Sponsemer Stechert 1937 e.V.“

Der Karnevalverein „Sponsemer Stechert e. V.“ ist in Bingen-Sponsheim aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. ­Gemessen an dem Alter des Ortes, ist der Verein allerdings noch sehr jung an Jahren.

Am 14. Februar 1937, einem Sonntag, wurde vormittags um 10.00 Uhr in der Gaststätte ­Zimmermann die Gründungsveranstaltung abgehalten.

Der Sitzungspräsident diesen Jahres, Philipp Zimmermann, hatte hierzu eingeladen. Es wurde Rechenschaft über die abgelaufene Session abgelegt, woraus erkennbar ist, dass der Verein schon vor dem offiziellen Gründungsdatum bestanden haben muss.

Philipp Zimmermann gab bekannt, dass ab dem nächsten Jahr nur noch eingetragene Karnevalsvereine Kappensitzungen abhalten durften, und stellte diese Angelegenheit zur Beratung. Sämtliche Anwesenden (es waren 18 Herren) stimmten für die Gründung eines Vereins, der den Namen Karnevalverein „Sponsemer Stechert“ führen sollte. Dies kann man im Gründungsprotokoll nachlesen. Der anfängliche ­Monatsbeitrag wurde auf 0,10 Reichsmark festgelegt. Im Anschluss wurde der erste Vorstand des jungen Vereins gewählt, welcher sich wie folgt zusammensetzte:

1. Vorsitzender: Philipp Zimmermann
2. Vorsitzender: Fritz Mohr

Kassierer:       Johann Schober
Schriftführer:   Johann Philipp Friedrich

1. Beisitzer:    Johann Körner I.
2. Beisitzer:    Franz Anton Klöckner
3. Beisitzer:    Franz Körner

Vereinsdiener:   Franz Zimmermann

Aus dem Protokoll ist zu entnehmen, dass der neue 1. Vorsitzende die Versammlung um 12.00 Uhr mit dem Ruf „Jo Jo“ schloss.

Am 13. März 1937, berief man die erste Generalversammlung ein, in welcher neben anderen Themen über die neue Satzung abgestimmt wurde. Mittlerweile war die Mitgliederzahl auf 32 Herren angewachsen, die laut Beschluss alle als Gründungsmitglieder anzusehen waren. ­Frauen wurden nicht als Mitglieder in den Verein aufgenommen.

Von nun an veranstaltete man in der Karnevalszeit mehrere Kappensitzungen, einen Kindermasken-, einen Preismasken- und einen Abschlussball. Darüber hinaus feierte man jährlich, eine Woche nach der Kerb, im trauten Kreise von Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins, ein Tanzvergnügen.

Um den 11.11. eines jeden Jahres eröffnete man die Session mit einer närrischen Generalversammlung. Hier wurden Elferrat und der Sitzungspräsident von den anwesenden Mitgliedern gewählt, bevor man zum gemütlichen Teil des Abends überging

Nicht zu vergessen ist, dass damals jährlich ein Ausflug organisiert und vom Verein bezuschusst wurde.

Leider wurde sehr bald das Vereinsleben überschatten vom beginn des zweiten Weltkrieges.

So hielt man am 29. März 1941 die dritte Kriegsvorstandssitzung ab. Geleitet wurde sie von dem damaligen zweiten Vorsitzenden Josef Wolf. Es war auch gleichzeitig die letzte Sitzung des Vereins, da er anschließend verboten wurde.

Zwischenzeitlich zählte man 74 Mitglieder und hatte einen Kassenbestand von 76,26 Reichsmark. 

Nach dem zweiten Weltkrieg, wurden Karnevalsvereine noch immer nicht zugelassen, sodass es erst am 9. Juli 1949 zur Neugründung kommen konnte. 

Um 21.00 Uhr eröffnete der Versammlungsleiter Johann Schober die Gründungsversammlung im Saal Zimmermann. Es waren 23 Herren anwesend, die die Wiederbelebung des Vereins einstimmig ­beschlossen. Leider waren einige ehemalige Vereinsgründer und Mitglieder im Krieg gefallen oder noch vermisst, was man sehr bedauerte.

Weiter wurde in dieser Versammlung über die neue Satzung beraten und ein Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte: 

1. Vorsitzender:  Fritz Pfeifer jr.
2. Vorsitzender:  Josef Wolf

Kassierer:        Johann Schober
Schriftführer:    Johann Mohr

1. Beisitzer:     Johann Körner
2. Beisitzer:     Franz Anton Klöckner
3. Beisitzer:     Josef Schitthof

Vereinsdiener:    Andreas Hoff

Der monatliche Vereinsbeitrag wurde auf 0,20 Deutsche Mark festgesetzt. Danach fasste man aus heu­tiger Sicht einen interessanten Beschluss, ­nämlich den, dass Frauen
vom 17. bis zum 75. ­Lebensjahr dem Verein als Mitglied beitreten können.

So wurde im Vorstandssitzungsprotokoll vom 17. September 1949 wörtlich festgehalten: „Erfreulich war festzustellen, dass Frl. Maria Körner, als erstes weibliches Mitglied dem Verein beigetreten ist.“ (Es handelte sich hierbei um Frau Maria Schmitt, geb. Körner, Ehefrau des langjährigen Dirigenten der KKM Sponsheim und Leiters der „Hauskapelle“, Herrn Friedel Schmitt.

Von jetzt an ließ man die alten Traditionen wieder aufleben und veranstaltete jedes Jahr ­Kappensitzungen, Maskenbälle in der Karnevalzeit und zwischendurch Vereinswanderungen, Tanzvergnügen und Aktivenabende.

Der Vorstand wechselte nun, wie es allgemein üblich ist, in den einzelnen Funktionen unterschiedlich häufig. Das führte jedoch nicht dazu, dass der Verein in seiner Entwicklung stagnierte oder gar Rückschritte machte.

Am 11.11.1967 wurde das Vereinslokal gewechselt, da die Inhaberinnen der Gastwirtschaft „Geschwister Zimmermann“ keine Veranstaltungen mehr abhalten wollten.

Seit dieser Zeit wurden die „Sponsemer Fassenacht“ und alle anderen Veranstaltungen des Vereins, in der Gastwirtschaft der Familie Zirkel, Römerstraße 51, in Sponsheim, durchgeführt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 03.03.1968 trat der bis dahin erste Vorsitzende Heinz-Klaus Fuchs, der das Amt bereits fünf Jahre inne hatte, ­zurück. Es wurde auf seinen Wunsch hin, ­Wolfgang Kronebach, gewählt. Heinz-Klaus Fuchs, der seit der Wiedergründung im Jahr 1949 ununterbrochen dem ­Elferrat, bzw. dem Vorstand in ­unterschiedlichen Funktionen angehörte, blieb weiterhin als Beisitzer im Vorstand und als Sitzungspräsident dem Karnevalverein erhalten.

Am 14.11.1970 wurde Wolfgang Kronebach auch als ­Sitzungspräsident gewählt.

Mittlerweile hatte der Verein sich insgesamt weiterentwickelt und seinen Namen bis weit über die Grenzen Bingens hinaus bekanntgemacht. Dazu hatte sicherlich auch beigetragen, dass man 1976 ein Damenkomitee unter der Leitung der leider allzu früh verstorbenen Gerdi Pfannkuchen bildete und von nun an traditionell einen „Kreppelkaffee“ (Damensitzung) veranstaltete.

1980 übernahm Hedwig Eidt, nicht minder erfolgreich wie ihre Vorgängerin, das Amt der Sitzungspräsidentin, das sie bis 1992 führte. Danach leitete Doris Schober das Damenkomitee, wo es ebenfalls in besten Händen war. In der Session 1994/1995 ergriff Hedwig Eidt noch einmal das Zepter der Präsidentin, um den bis dahin erfolgreichen Damenelferrat würdig von der aktiven Bühne zu verabschieden. In der sich anschließenden Session sollten jüngere Damen an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Nach wie vor werden mit wachsendem ­Publikumsinteresse alljährlich mindestens eine Kappensitzung (Familiensitzung), ein Kreppelkaffee (Damensitzung), ein Kindermaskenball und der Abschlussball veranstaltet.

Im Übrigen wurden im Sommer und Herbst meist ein Grillabend und eine Wanderung angeboten. Die Session wurde dann um den 11.11. durch die Aktiven im Vereinslokal ­Zirkel eröffnet.
Am 1. Sonntag eines jeden ­neuen Jahres, wurde ­feierlich das vierfarbenbunte Wahrzeichen der Fassenacht am Vereinslokal gehisst. Besonders erwähnenswert ist noch, dass sich seit Bestehen des Vereins, mit wenigen Jahren Unterbrechung, aus den Reihen der befreundeten „Katholischen Kirchenmusik Cäcilia“ Sponsheim eine „Hauskapelle“ gebildet hatte, die dem Verein alljährlich bei den Veranstaltungen für einen geringen Kostenbeitrag zur Verfügung stand.

Der Karnevalverein „Sponsemer Stechert“ feiert in der Kampagne 2014 sein 7 x 11-jähriges Bestehen und ist aus dem Vereinsleben in Sponsheim nicht mehr wegzudenken. Auch in den vergangenen Jahren ist bei den Stechert viel passiert.

Auf Wolfgang Kronebachs Initiative hin wurden die Stechertsänger gegründet. Erster musika­lischer Leiter war Hartwig Groll, nach dessen Ausscheiden übernahm Heinz Leuchsenring dieses Amt. 1998 konnten die „Stechert-Sänger“ ihr 25jähriges Jubiläum feiern. Wolfgang Kronebach ist es auch zu verdanken, dass die Stechert seit 1993 eine eigene Garde haben, die bereits 1994 zum ­ersten Mal auch einen Showtanz aufführte. Die ersten Trainerinnen waren Iris Baumann und Silvia Lampert.

Die erste Kindertanzgruppe, die „Stechert-Mäuse“, wurde 1996 von Ute Schmitt und Anja Hahn ins Leben gerufen. Mit der Zeit wurden weitere Gruppen gegründet, sodass der Verein ­heute über mehrere Showtanzgruppen und Garden verfügt. (Details im Menüpunkt „Gruppen“ zu finden)

Ute und Martin Schmitt ist es auch zu verdanken, dass seit 1997 der Verein jedes Jahr eine tolle Kinder­sitzung auf die Beine stellt. Jahrelang hatten sie die Sitzung organisiert, bis 2007 Sabine Koenig diese Aufgabe übernahm und seitdem einen großen Beitrag zum Erfolg dieser Sitzung geleistet hat.

1996 trat der damalige Damenelferrat unter Leitung von Hedwig Eidt zurück. Dieses Amt übernahm von da an bis 2011 Iris Baumann, welche jedes Jahr aufs Neue die Besucherinnen der Damensitzung begeisterte. Seit 2012 wird der Elferrat nun von zwei Sitzungspräsiden­tinnen geführt (Doris Endel und Silvia Lampert).

Viele Jahre wurden die Sitzungen und ­Maskenbälle im Vereinslokal Zirkel abgehalten, im ­Jahre 2000 zogen die Stechert in den neuen Stechertbau, die Palmensteinhalle, um. Mit diesem neuen Platzangebot stiegen die Erwartungen an den Verein, die dieser aber bis zum heutigen Zeitpunkt vortrefflich ­meistern konnte. Ein Grund dafür sind die vielen eigenen Gruppen, die ein fester Bestandteil ­einer jeden Sitzung sind. Der Verein hat einige ­Erwachsenengruppen wie die Garde, ein junges Männerballett (gegründet 2011), das Männerballett, die Showtanzgruppe Hot ­Chilis und den Damenelfferat, die jedes Jahr auf der ­Bühne stehen und ihr Bestes geben. (Details im Menüpunkt „Gruppen“ zu finden).
Nicht zu vergessen sind die Büttenredner und -rednerinnen und die vielen Aktiven vor und hinter den Kulissen, ohne die ein Gelingen der Kampagnen nicht möglich wäre.

Im Jahre 2004 wurden Hedwig Eidt und Wolfgang Kronebach zu Ehrensitzungspräsidenten ernannt und im Jahre 2007 wurde auch Iris Baumann mit dieser Auszeichnung geehrt.

2009 wurde Wolfgang Kronebach zu seinem 70. Geburtstag mit dem Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval e.V. in Gold geehrt. Bei der Jahreshauptversammlung 2011 trat er von seinem Posten als erster Vorsitzender zurück.

2011 wurde Wolfgang Kronebach zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seit 2012 hat Jens Hahn das Amt des ersten Vorsitzenden inne. Der rege Zuspruch der Besucher an den einzelnen Veranstaltungen zeigt, welchen Stellenwert der Karnevalverein Sponsemer Stechert hat.

Diese Internetseiten halten allerlei vergnügliche Erinnerungen über unseren Verein bereit. Schauen Sie sich um und hinterlassen Sie uns Ihren Eindruck gerne in unserem Gästebuch.

Ihre,

Sponsemer Stechert e.V.